SyrienKultur · Glaube · Geschichte
Umayyaden-Moschee

Foto: Lazhar Neftien from Toulouse, France · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons · Aufnahme 2009

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Islamisches ErbeTeil der Welterbestätte: Ancient City of DamascusWelterbe in Gefahr seit 2013Redaktionell geprüft

Umayyaden-Moschee

Ortsname auf Arabisch: جامع بني أمية الكبير

اسم المكان

جامع بني أمية الكبير

محافظة دمشق – سوريا

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33.51139, 36.30667

Die Koordinaten sind die des Ortes im Atlas; der Eingang kann abweichen. Vor Ort nachfragen.

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Die Umayyaden-Moschee in der Altstadt von Damaskus zählt zu den größten und ältesten Moscheen der Welt und gilt als älteste Moschee, die noch in ihrer ursprünglichen Form genutzt wird. Der Kalif al-Walid I. ließ sie ab 706 an der Stelle einer byzantinischen Kathedrale errichten, die ihrerseits im Bezirk eines römischen Jupitertempels stand. Als Bestandteil der Altstadt von Damaskus gehört sie seit 1979 zum UNESCO-Welterbe.

Geschichte

Der Ort ist seit der Eisenzeit Kultstätte: Die Aramäer errichteten hier einen Tempel für den Wettergott Hadad-Ramman, von dem ein Stein aus der Zeit König Hasaëls im Nationalmuseum Damaskus erhalten ist. In seleukidischer Zeit wurde das Heiligtum vermutlich Zeus, nach der römischen Eroberung 64 v. Chr. Jupiter zugeordnet und zum größten Tempel im römischen Syrien ausgebaut. 391 ließ Kaiser Theodosius I. ihn in eine Kathedrale umwandeln, den Sitz des Bischofs von Damaskus.

Nach der muslimischen Eroberung (nach englischer Wikipedia 634, nach deutscher 636) richteten die Muslime im Südostteil des Baus einen Gebetsraum ein; nach Angabe der deutschen Wikipedia diente das Gebäude rund 70 Jahre beiden Religionen. 706 beschloss al-Walid I. den Neubau einer großen Freitagsmoschee, ließ den Großteil der Kirche abreißen und gab den Christen als Ausgleich andere beschlagnahmte Kirchen der Stadt zurück. Die Vollendung wird auf 711 oder 715 datiert, zuletzt unter seinem Nachfolger Sulaiman. Nach dem Historiker Ibn al-Faqih kostete der Bau 600.000 bis 1.000.000 Golddinare; rund 12.000 Arbeiter waren beteiligt.

Brände in den Jahren 1069, 1401 (unter Timur, mit Einsturz der Zentralkuppel) und 1893 sowie das Erdbeben von 1759 erzwangen wiederholt Wiederaufbauten; besonders intensiv restaurierten die Mamluken, etwa Baibars ab 1270. Nach 1893 bauten die Osmanen die Gebetshalle in neun Jahren unter weitgehender Wahrung des Grundrisses wieder auf, ohne die ursprüngliche Ausstattung zu rekonstruieren.[1][2]

Architektur

Der rechteckige Bezirk misst rund 97 × 156 Meter (die deutsche Wikipedia nennt 157 × 97 Meter); seine Außenmauern sind die Mauern des römischen Tempelbezirks. Im Norden liegt der Hof, im Süden die 136 × 37 Meter große Gebetshalle mit drei Schiffen parallel zur Qibla-Wand, getragen von zwei Reihen korinthischer Säulen. Ein höheres Querschiff führt auf den Hauptmihrab zu und trägt die „Adlerkuppel“ (Qubbat an-Nisr), die nach 1893 in Stein erneuert wurde; ihre Höhe wird mit 36 Metern (englische Wikipedia) bzw. über 45 Metern (deutsche und arabische Wikipedia) angegeben.

Ursprünglich bedeckten Goldmosaiken auf etwa 4.000 Quadratmetern Hof und Halle; sie zeigen Landschaften und Bauten, aber keine Menschen oder Tiere. Die besterhaltenen Reste befinden sich im Hof. Drei Minarette stehen auf dem Gelände: das Brautminarett an der Nordmauer (Unterbau wohl 9. Jahrhundert, Oberteil 1174), das rund 77 Meter hohe Jesusminarett im Südosten (Hauptkörper ayyubidisch 1247, Spitze osmanisch) und das achteckige Qaitbay-Minarett von 1488 im Südwesten.[1][2][3]

Nutzung und Bedeutung

Der Ort diente nacheinander aramäischem, griechischem und römischem Kult, als christliche Kathedrale und seit dem 8. Jahrhundert als sunnitische Freitagsmoschee. Er war zugleich ein Zentrum der Gelehrsamkeit: Ibn Taimiyya lehrte hier ab 1285, der Astronom Ibn asch-Schatir war 1332–1376 Zeitnehmer und oberster Muezzin. In osmanischer Zeit war die Stiftung (Waqf) der Moschee mit 596 Beschäftigten die größte der Stadt, ihr Prediger einer der einflussreichsten Amtsträger von Damaskus.

Christliche wie muslimische Überlieferung verorten hier seit dem 6. Jahrhundert das Haupt Johannes des Täufers (arabisch Yahya); ein Schrein in der Gebetshalle wird von beiden verehrt. Am 6. Mai 2001 besuchte Papst Johannes Paul II. den Schrein – der erste Besuch eines Papstes in einer Moschee. In einer Nebenhalle befindet sich ein Schrein, der das Haupt al-Husains, des Enkels Mohammeds, bergen soll; er ist ein wichtiges schiitisches Pilgerziel. Nach islamischer Tradition wird Jesus am Ende der Zeit beim Jesusminarett herabsteigen.

Politisch war die Moschee wiederholt Sammelpunkt, etwa 1148 gegen die Kreuzfahrer und am 15. März 2011 für die ersten bedeutenden Proteste des Arabischen Frühlings in Syrien.[1][2]

Besonderheiten

Der Grundriss mit drei Schiffen und Querschiff prägte den Moscheebau weit über Syrien hinaus, etwa in Córdoba und an der al-Azhar-Moschee in Kairo. Nach einer Studie von 2022 wurden die Mosaiksteine überwiegend in Ägypten hergestellt; ob die Bilder das Paradies, Damaskus oder die bekannte Welt darstellen, ist umstritten.[1]

Zeitstrahl

  1. 391

    Theodosius I. lässt den Jupitertempel in eine Kathedrale umwandeln.[1][3]

  2. 634 (oder 636)

    Muslimische Eroberung von Damaskus; ein Gebetsraum für Muslime entsteht im Südostteil der Kathedrale.[1][2][3]

  3. 706–711/715

    Bau der Freitagsmoschee unter al-Walid I.; Fertigstellung 711 oder 715.[1][3]

  4. 1069

    Großbrand bei einem Aufstand gegen die fatimidische Garnison zerstört weite Teile, vor allem die Nordmauer.[1][3]

  5. 1401

    Timur lässt die Stadt niederbrennen; Ostminarett und Zentralkuppel stürzen ein.[1][3]

  6. 1488

    Sultan Qaitbay lässt das Südwestminarett errichten.[1][3]

  7. 1893

    Brand zerstört das Innere der Gebetshalle; neunjähriger osmanischer Wiederaufbau.[1][3]

  8. 2001

    Papst Johannes Paul II. besucht den Schrein Johannes des Täufers – erster Papstbesuch in einer Moschee.[1][2][3]

Dokumentierter Zustand

Erhalten · Stand 2026-10-30

Quelle des Zustands: Wikipedia infobox 'active' (retrieved 2026-10-30)

Für die Zeit nach 1994, als die unter Hafiz al-Assad begonnenen und von der UNESCO methodisch kritisierten Restaurierungen endeten, dokumentieren die Quellen keine Schäden. Die Altstadt von Damaskus steht seit 2013 als Ganzes auf der Liste des gefährdeten Welterbes.[1][3][4]

Besuch

Keine geprüften Besuchsinformationen. Die Aufnahme in den Atlas bedeutet nicht, dass der Ort geöffnet oder sicher erreichbar ist.

Hinkommen & bleiben

Dokumentierte Fahrdienste, Unterkünfte und Transport in Damaskus:

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Medizinische Hilfe in der Nähe

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Quellen (23)
  1. Wikipedia (en): Umayyad Mosque rev. 1381848245 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  2. Wikipedia (de): Umayyaden-Moschee rev. 268196143 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  3. Wikipedia (ar): الجامع الأموي (دمشق) rev. 76953549 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  4. UNESCO World Heritage Centre: Ancient City of Damascus · 2026-10-30
  5. Wikidata · CC0 · 2026-10-30
  6. Wikipedia (el) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  7. Wikipedia (es) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  8. Wikipedia (fa) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  9. Wikipedia (fr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  10. Wikipedia (hi) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  11. Wikipedia (id) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  12. Wikipedia (it) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  13. Wikipedia (ja) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  14. Wikipedia (ko) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  15. Wikipedia (nl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  16. Wikipedia (pl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  17. Wikipedia (pt) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  18. Wikipedia (ru) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  19. Wikipedia (sv) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  20. Wikipedia (tr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  21. Wikipedia (ur) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  22. Wikipedia (zh) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  23. OpenStreetMap · ODbL · 2026-10-30
Redaktionell geprüft · Zuletzt geprüft: 2026-10-30. Feld für Feld anhand der zitierten Quellen geprüft (KI-gestützte Redaktion). Fachliche Abnahme ausstehend.
Abweichende Angaben: Eroberung 634 (en/ar) vs. 636 (de); Fertigstellung 711 oder 715 (en), Bau 708–715 (de), Baubeginn 705 (ar); Maße 156 vs. 157 m; Kuppelhöhe 36 m (en) vs. über 45 m (de/ar); römische Eroberung 64 v. Chr. (en) vs. 64 n. Chr. (ar). Zum aktuellen baulichen Zustand nach 2011 liefern die Quellen keine Angaben.

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