
Saladin-Mausoleum in Damaskus · Foto: Jan Smith · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons · Aufnahme 2010
Mausoleum Saladins
Ortsname auf Arabisch: ضريح صلاح الدين الأيوبي
Das Mausoleum Saladins ist die Grabstätte des ayyubidischen Herrschers Saladin an der Nordseite der Umayyaden-Moschee in der Altstadt von Damaskus. Der Kuppelbau entstand kurz nach Saladins Tod 1193; von der angeschlossenen Madrasa al-Aziziyya sind nur Reste erhalten.
Geschichte
Saladin starb am 4. März 1193 in Damaskus und wurde zunächst in der Zitadelle beigesetzt. Sein Sohn al-Afdal erwarb nach der arabischen Wikipedia ein Haus im Viertel al-Kallasa nahe der Umayyaden-Moschee und ließ dort einen Kuppelbau als Grab errichten; die Überführung erfolgte im Jahr 592 H. (1195). Die englischsprachige Wikipedia gibt 1196 als Baujahr an. Ein weiterer Sohn, al-Aziz Uthman, ließ nach der arabischen Wikipedia 593 H. östlich der Kuppel die Madrasa al-Aziziyya anfügen, nach der der Bau auch benannt ist.
Nach der arabischen Wikipedia wurden die Wände 1137 H. mit blauen Fliesen verkleidet; Anfang des 20. Jahrhunderts ließ der osmanische Gouverneur Ziya Pascha die verfallene Madrasa in einen Garten umwandeln. Kaiser Wilhelm II. besuchte das Grab 1898 während seiner Orientreise und ließ einen Kranz niederlegen, der nach dem Ersten Weltkrieg in das Imperial War Museum gelangte; nach der englischsprachigen Wikipedia entfernte ihn Faisal I. oder T. E. Lawrence.[1][2][3]
Architektur
Das Mausoleum ist ein für Damaskus typischer ayyubidischer Kuppelbau. Die quadratische Grabkammer hat Wände in Ablaq-Mauerwerk und wird von vier Bögen und einer gerippten Kuppel überspannt; der Übergang erfolgt über einen zweistufigen Tambour mit acht- und sechzehnseitiger Zone. Östlich liegt ein Raum für Koranrezitation, nördlich schließen kleinere Räume an. Von der Madrasa blieben nach der arabischen Wikipedia der Mihrab und der Bogen des östlichen Eingangs, nach der englischsprachigen einige Säulen und ein Innenbogen.
Im Inneren stehen zwei Sarkophage. Der ältere hölzerne Kenotaph (nach der arabischen Wikipedia aus Nussbaumholz) mit geometrischen und floralen Schnitzereien und ayyubidischen Inschriften gilt als Grab Saladins. Daneben steht ein leerer weißer Marmorsarkophag um 1900; die deutsch- und arabischsprachige Wikipedia nennen ihn ein Geschenk Wilhelms II. von 1898, die englischsprachige ein Werk Sultan Abdülhamids II., das Wilhelm II. später restaurieren ließ. Die Wände tragen blau-grüne osmanische Fliesen; das Fliesenfeld bildet nach der arabischen Wikipedia mit 475 × 238 Zentimetern das größte vollständige Bogenfeld dieser Art in Damaskus.[1][2][3]
Nutzung und Bedeutung
Das Mausoleum zählt zu den bekanntesten mittelalterlichen islamischen Grabstätten Syriens und wurde im späten 19. Jahrhundert Ort symbolischer Erinnerungspolitik. Im Garten liegen nach der arabischen Wikipedia fünf weitere Gräber: das des 1940 ermordeten syrischen Politikers Abd ar-Rahman Schahbandar, das des 1937 in Damaskus gestorbenen irakischen Ministerpräsidenten Yasin al-Haschimi und die dreier osmanischer Flugpioniere, die im Januar 1914 in Damaskus gelandet waren und auf dem Weiterflug bzw. später abstürzten.[2][3]
Zeitstrahl
- 1193
Tod Saladins in Damaskus, erste Beisetzung in der Zitadelle.[2][3]
- 1195/1196
Überführung in das von al-Afdal erbaute Mausoleum (592 H. = 1195 nach de/ar; Bau 1196 nach en).[1][2][3]
- 593 H.
Al-Aziz Uthman lässt die Madrasa al-Aziziyya anfügen (nach ar-Wikipedia).[3]
- 1898
Besuch Kaiser Wilhelms II.; Kranzniederlegung, Marmorsarkophag als Geschenk (de/ar).[2][3]
- Anfang 20. Jh.
Gouverneur Ziya Pascha lässt die verfallene Madrasa zum Garten umgestalten.[3]
- 2000er
Restaurierung des Platzes um das Grab (nach ar-Wikipedia).[3]
Galerie
Dokumentierter Zustand
Erhalten · Stand 2026-10-30 Historisch dokumentiert
Quelle des Zustands: Wikipedia (no damage reported)
Nach der arabischen Wikipedia wurde der Platz um das Grab in den 2000er Jahren restauriert. Ein jüngerer Zustandsbericht liegt nicht vor. Das Mausoleum liegt in der Altstadt von Damaskus, für die die UNESCO Stadtmauern, Zitadelle sowie einige Moscheen und Gräber als erhaltene mittelalterliche Bauten nennt.[3][4]
Besuch
Hinkommen & bleiben
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Medizinische Hilfe in der Nähe
Luftlinie ab diesem Ort. Daten: OpenStreetMap, Stand 2026-10-30. Betriebsstatus nicht geprüft – vorher anrufen.
Quellen (12)
- Wikipedia (en): Mausoleum of Saladin rev. 1353602595 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (de): Mausoleum Saladins rev. 268231625 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (ar): ضريح صلاح الدين الأيوبي rev. 72564206 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- UNESCO World Heritage Centre: Ancient City of Damascus · 2026-10-30
- Wikidata · CC0 · 2026-10-30
- Wikipedia (es) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (fa) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (hi) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (it) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (pt) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (ur) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- OpenStreetMap · ODbL · 2026-10-30
Widersprüche: (1) Baujahr – en 1196 ('drei Jahre nach Saladins Tod'), Wikidata-Inception 1196; de/ar Überführung 592 H. = 1195. (2) Marmorsarkophag – en: von Abdülhamid II. errichtet, von Wilhelm II. restauriert; de/ar: Geschenk Wilhelms II. 1898. (3) Kranz – de: von Wilhelm II. niedergelegt, nach dem Ersten Weltkrieg ins Imperial War Museum; en: von Faisal I. oder Lawrence entfernt. (4) Fliesen – de: 17. Jh.; ar: Verkleidung 1137 H. – Datierungen nicht abgeglichen, im Text getrennt wiedergegeben. (5) Reste der Madrasa – en: Säulen und Innenbogen; ar: Mihrab und östlicher Eingangsbogen. (6) Holz-Kenotaph – en: 'soll' die Gebeine enthalten. Anekdote über General Gouraud (nur ar, ohne Beleg) nicht übernommen. Q-ID Q183562 (Umayyaden-Moschee) aus dem bestehenden Redaktionsdatensatz; Q3678596 aus Wikidata P361, Label nach UNESCO-Seite – bitte prüfen. Einschreibungsjahr der Welterbestätte nicht im Paket.