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Zitadelle von Aleppo

Foto: Taref maghames · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Aufnahme 2016

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Burgen & FestungenTeil der Welterbestätte: Ancient City of AleppoWelterbe in Gefahr seit 2013Redaktionell geprüft

Zitadelle von Aleppo

Ortsname auf Arabisch: قلعة حلب

اسم المكان

قلعة حلب

محافظة حلب – سوريا

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36.19917, 37.16250

Die Koordinaten sind die des Ortes im Atlas; der Eingang kann abweichen. Vor Ort nachfragen.

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Die Zitadelle von Aleppo ist ein befestigter mittelalterlicher Palastbezirk auf einem Siedlungshügel inmitten der Altstadt und gilt als eine der ältesten und größten Burgen der Welt. Der Hügel wird mindestens seit der Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. genutzt; der größte Teil der heutigen Bauten stammt wohl aus ayyubidischer Zeit. Als Teil der Altstadt von Aleppo gehört die Zitadelle seit 1986 zum UNESCO-Welterbe.

Geschichte

Ein Ende des 20. Jahrhunderts entdeckter Tempel des Wettergottes Hadad, in Keilschrifttexten aus Ebla und Mari erwähnt, belegt die Nutzung des Hügels ab der Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr.; er blieb bis mindestens ins 9. Jahrhundert v. Chr. in Gebrauch. Mittelalterliche arabische Historiker lassen die Geschichte der befestigten Akropolis unter dem Seleukiden Seleukos I. beginnen, der die Stadt Beroia nannte. Kaiser Julian opferte 363 auf der Akropolis Zeus einen weißen Stier; im 7. Jahrhundert flüchteten die Einwohner bei Kämpfen mit den Sasaniden in die Zitadelle.

636 eroberten muslimische Heere Aleppo. Der Hamdanide Saif ad-Daula machte die Stadt ab 944 zum Herrschaftssitz; nach der byzantinischen Plünderung von 962 verlegten die Hamdaniden ihren Palast in die Zitadelle. Unter Nur ad-Din (reg. 1147–1174) wurde sie befestigt und erhielt eine Rampe, einen Palast und eine Rennbahn. Ihre heutige Gestalt verdankt sie vor allem az-Zahir Ghazi, einem Sohn Saladins (reg. 1193–1215): Er verstärkte die Mauern, verkleidete die Böschung mit Stein, vertiefte den Graben, überspannte ihn mit einer Brücke und ließ 1213 den Torbau neu errichten.

Die Mongolen beschädigten die Anlage 1260, Timur zerstörte sie 1400/1401. Ab 1415 baute der mamlukische Statthalter Saif ad-Din Dschakam sie mit zwei vorgeschobenen Türmen und einem Palast über dem Tor wieder auf. Nach einer Restaurierung unter Süleyman I. (1521) und schweren Schäden durch das Erdbeben von 1822 folgten Grabungen und Restaurierungen unter französischem Mandat ab den 1930er Jahren sowie in den 2000er Jahren eine Konservierung durch den Aga Khan Trust for Culture.[1][2][3]

Architektur

Der Hügel hat eine elliptische Basis von 450 × 325 Metern und ist etwa 50 Meter hoch; die Fläche oben misst 285 × 160 Meter. Die Böschung war einst vollständig mit Kalksteinblöcken verkleidet, von denen Teile erhalten sind. Ein 22 Meter tiefer und 30 Meter breiter Graben aus dem 12. Jahrhundert umgibt den Hügel. Über die Brücke gelangt man in den Torbau, dessen Weg mit mehreren rechtwinkligen Wendungen (die englische und deutsche Wikipedia nennen fünf, an anderer Stelle mehr als sechs) und drei Toren mit Figurenreliefs Angreifer aufhalten sollte; Maschikulis erlaubten Abwehr von oben.

Über dem Torbau liegt der mamlukische Thronsaal, nach der arabischen Wikipedia 26,5 × 23,5 Meter groß; al-Ghuri, der letzte Mamlukensultan, ersetzte seine flache Decke durch neun Kuppeln. Im Innern liegen der ayyubidische „Palast des Ruhms“ mit Muqarnas-Portal und Vier-Iwan-Hof, ein dreiteiliges Bad, zwei aus byzantinischen Kirchen hervorgegangene Moscheen – die Abraham-Moschee und die Große Moschee mit 21 Meter hohem Minarett – sowie bis 125 Meter tiefe Brunnen.[1][2][3]

Nutzung und Bedeutung

Der Hügel war zunächst Kultort des Wettergottes, später Akropolis, Zuflucht und Festung. Unter Zengiden und Ayyubiden war die Zitadelle Herrschersitz und Gefängnis bekannter Kreuzfahrer: Joscelin II. von Edessa starb hier, Rainald von Châtillon und König Balduin II. von Jerusalem waren hier inhaftiert. Im frühen 13. Jahrhundert wurde sie zur Palaststadt mit Wohn-, Kult-, Militär- und Versorgungsbauten. In osmanischer Zeit diente sie als Kaserne; 1679 zählte der französische Konsul d’Arvieux 1.400 Bewohner, darunter 350 Janitscharen.

Eine populäre Überlieferung verbindet den Hügel mit Abraham, der hier seine Schafe gemolken haben soll; Nur ad-Din stiftete der Abraham-Moschee einen hölzernen Mihrab, der während der Mandatszeit verloren ging. Im 20. Jahrhundert wurde die Zitadelle Grabungsstätte und Veranstaltungsort, seit 1980 mit einem Amphitheater; sie ist Wahrzeichen der Stadt. Im Bürgerkrieg nutzte die syrische Armee sie als Stützpunkt.[1][2][3]

Besonderheiten

Die UNESCO hebt Graben, steinverkleidete Böschung und Torbau mit Maschikulis als bedeutendes Ensemble arabischer Militärarchitektur hervor. Seit der Erweiterung der Stadtmauern unter az-Zahir Ghazi lag die Zitadelle im Zentrum der Befestigung statt an ihrem Rand.[1][4]

Zeitstrahl

  1. Mitte 3. Jt. v. Chr.

    Der Tempel des Wettergottes Hadad auf dem Hügel ist ab dem 24. Jahrhundert v. Chr. in Gebrauch.[1][2][3]

  2. 962

    Nach der byzantinischen Plünderung verlegen die Hamdaniden ihren Palast in die Zitadelle.[1][2][3]

  3. 1193–1215

    Ausbau unter az-Zahir Ghazi; der Torbau wird 1213 neu errichtet.[1][2][3]

  4. 1400/1401

    Zerstörung beim Feldzug Timurs.[1][2][3]

  5. 1415

    Wiederaufbau unter dem mamlukischen Statthalter Saif ad-Din Dschakam.[1][2][3]

  6. 1822

    Schweres Erdbeben; danach leben nur noch Soldaten in der Zitadelle.[1][2][3]

  7. 2012–2015

    Kriegsschäden: Beschuss des Außentors 2012, Tunnelexplosion an der Außenmauer 2015.[1][2]

  8. 2023–2024

    Erdbebenschäden im Februar 2023; Wiedereröffnung am 17. Februar 2024 nach Restaurierung des südlichen Vorturms.[1]

3D-Dokumentation

Zitadelle von Aleppo
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Zitadelle von Aleppo

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Dokumentierter Zustand

In Restaurierung · Stand 2024

Kriegsschäden sind für August 2012 (äußeres Tor) und den 12. Juli 2015 (Tunnelexplosion an der Außenmauer, Urheberschaft umstritten) belegt; Anfang 2018 wurde die Zitadelle mit laufenden Reparaturen wieder geöffnet. Nach schweren Schäden durch das Erdbeben vom 6. Februar 2023 folgte am 17. Februar 2024 die Wiedereröffnung nach zwei Restaurierungsphasen am südlichen Vorturm. Am 29. November 2024 nahmen Hai'at Tahrir asch-Scham und andere Rebellengruppen die Zitadelle ein.[1][2]

Besuch

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Quellen (19)
  1. Wikipedia (en): Citadel of Aleppo rev. 1374258197 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  2. Wikipedia (de): Zitadelle von Aleppo rev. 266667236 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  3. Wikipedia (ar): قلعة حلب rev. 76938463 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  4. UNESCO World Heritage Centre: Ancient City of Aleppo · 2026-10-30
  5. Wikidata · CC0 · 2026-10-30
  6. Wikipedia (es) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  7. Wikipedia (fa) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  8. Wikipedia (fr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  9. Wikipedia (it) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  10. Wikipedia (ja) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  11. Wikipedia (ko) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  12. Wikipedia (nl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  13. Wikipedia (pl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  14. Wikipedia (pt) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  15. Wikipedia (ru) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  16. Wikipedia (tr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  17. Wikipedia (ur) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  18. Wikipedia (zh) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  19. OpenStreetMap · ODbL · 2026-10-30
Redaktionell geprüft · Zuletzt geprüft: 2026-10-30. Feld für Feld anhand der zitierten Quellen geprüft (KI-gestützte Redaktion). Fachliche Abnahme ausstehend.
Abweichungen: römische Übernahme 64 v. Chr. (en/ar) vs. 63 v. Chr. (de); assyrische Herrschaft 8.–7. Jh. (en) vs. 8.–4. Jh. v. Chr. (de/ar); Zahl der Wendungen im Torweg (fünf vs. mehr als sechs); der befestigte Zugang wird einmal az-Zahir Ghazi, einmal den Mamluken im 16. Jh. zugeschrieben. Die Urheberschaft der Explosion vom Juli 2015 ist strittig (Rebellen laut en und SANA, Regierungstruppen laut SOHR); die Wiedereröffnung 2018 (en) und 2024 nach dem Erdbeben stehen nebeneinander.

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