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Synagoge von Dura Europos

Foto: Frank Kidner · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Aufnahme 1993

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Jüdisches ErbeRedaktionell geprüft

Synagoge von Dura Europos

Ortsname auf Arabisch: كنيس دورا أوروبوس

اسم المكان

كنيس دورا أوروبوس

محافظة دير الزور – سوريا

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34.74749, 40.72710

Die Koordinaten sind die des Ortes im Atlas; der Eingang kann abweichen. Vor Ort nachfragen.

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Die Synagoge von Dura Europos war ein jüdisches Gotteshaus in der antiken Stadt Dura Europos am Euphrat, im heutigen Gouvernement Deir ez-Zor. Sie ist ein einzelnes Gebäude innerhalb dieser Stadt, errichtet an der westlichen Stadtmauer; ihre letzte Bauphase ist durch eine aramäische Inschrift auf 244 datiert. Der 1932 freigelegte, ausgemalte Versammlungsraum befindet sich nach den Quellen heute im Nationalmuseum Damaskus.

Geschichte

Die Stadt Dura Europos wurde um 300 v. Chr. von Seleukos I. als Festung an der Route zwischen Antiochia und Seleukeia am Tigris gegründet. 113 v. Chr. nahmen die Parther sie ein, ab 165 n. Chr. war sie ein römischer Grenzstützpunkt, bis der Sasanidenkönig Schapur I. sie 256 bzw. 256/257 nach einer Belagerung eroberte; die Bevölkerung wurde verschleppt, die Stadt nie wieder dauerhaft besiedelt.

Die Synagoge entstand aus einem Privathaus im Häuserblock L7. Nach der deutschsprachigen Wikipedia diente es wohl schon im späten 2. Jahrhundert als Gotteshaus; die auf Clark Hopkins beruhende Chronologie im englischsprachigen Stadtartikel setzt den Umbau auf etwa 165–200. Um 244/245 wurde das Gebäude erneuert, belegt durch eine aramäische Inschrift und beschriftete Deckenziegel; ein griechischer Ziegel nennt Samuel, Sohn des Yedaya, Ältester der Juden, als Gründer im Jahr 245.

Vor dem sasanidischen Angriff verfüllte die römische Besatzung die Bauten entlang der Westmauer mit Erde und Schutt, um die Mauer zu stützen, und begrub so den größten Teil der Synagoge. Ein Team der Yale University und der französischen Académie unter Clark Hopkins legte sie 1932 frei. Eine Überführung des ganzen Baus nach Yale wurde nicht erlaubt; die Malereien kamen nach Damaskus.[1][2][3][4][5]

Architektur

Das Haus maß etwa 15 × 8 m und hatte einen Anbau von etwa 10 × 8 m; die Räume gruppierten sich um einen Hof, der Anbau umfasste einen Peristylhof und den Versammlungsraum. Dieser maß 13,65 × 7,68 m bei etwa 7 m Deckenhöhe; in seiner nach Jerusalem gerichteten Westwand lag die Toranische. Die Decke war mit bemalten Terrakottaziegeln verkleidet, von denen 234 geborgen wurden: Blüten, Früchte, Tiere, Frauengesichter und Tierkreiszeichen oder griechische und aramäische Inschriften.

Die Malereien laufen in drei Zonen über einem Sockelfries bis in etwa 7 m Höhe. Technisch handelt es sich nicht um Fresken, sondern um Tempera auf Putz. Wegen der Neigung der Aufschüttung blieb die Westwand fast vollständig erhalten, Nord- und Südwand etwa zur Hälfte, von der Ostwand nur ein schmaler Streifen.[1][2]

Nutzung und Bedeutung

Das Gebäude diente der jüdischen Gemeinde einer vielsprachigen Garnisonsstadt und wurde durch Erweiterungen zum Mittelpunkt eines kleinen jüdischen Viertels. Inschriften und Graffiti aus der Synagoge sind aramäisch, griechisch, mittelpersisch und parthisch abgefasst; die meisten persischen stehen auf den Malereien selbst und halten die Anerkennung auswärtiger Besucher fest. Mit der Verschüttung 256 endete die Nutzung.

Heute ist der ausgemalte Versammlungsraum nach der englischsprachigen Wikipedia in seiner ursprünglichen Anordnung im Nationalmuseum Damaskus aufgestellt, nach der deutschsprachigen in einem eigenen Raum. 2025, nach dem Sturz der Regierung Assad, konnte erstmals seit Jahrzehnten eine Delegation ausländischer Fachleute die Malereien besichtigen.[1][2][3]

Besonderheiten

Die 58 erhaltenen Szenen, vermutlich etwa 60 % des ursprünglichen Bestands, schöpfen aus der Hebräischen Bibel: Bindung Isaaks, Mose am brennenden Dornbusch und beim Zug durch das Rote Meer, die Vision Ezechiels, Mordechai und Ester, die Salbung Davids durch Samuel. Die Hand Gottes zeigt göttliches Eingreifen an; die Israeliten erscheinen als bewaffnete Truppe mit Schilden und Feldzeichen nach römischem Vorbild, das Stiftszelt als römischer Tempel, Aaron in persischer Tracht. Der Fund widersprach engen Deutungen eines jüdischen Bilderverbots. Die UNESCO-Tentativliste, auf der Dura Europos seit 1999 steht, zählt die Malereien der Synagoge zu den berühmtesten der Stadt.[1][2][3][5]

Zeitstrahl

  1. um 300 v. Chr.

    Gründung der Stadt Dura Europos durch Seleukos I.[3][5]

  2. um 165–200

    Umbau eines Privathauses zur Synagoge.[2][3]

  3. 244/245

    Letzte Bauphase, datiert durch aramäische Inschrift und Deckenziegel.[1][2]

  4. um 244–254

    Entstehung der Wandmalereien (Chronologie nach Hopkins).[3]

  5. 256/257

    Verschüttung im Zuge der Mauerverstärkung; Eroberung der Stadt durch die Sasaniden.[1][2][3]

  6. 1932

    Freilegung durch das Yale-französische Team unter Clark Hopkins.[1][2][3]

  7. vermutlich 2014

    Reste der Synagoge am Ort offenbar zerstört.[1]

  8. 2025

    Erstmals seit Jahrzehnten besichtigt eine ausländische Fachdelegation die Malereien in Damaskus.[1]

Dokumentierter Zustand

Zerstört · Stand 2014

Ebene der Stadt: Dura Europos wurde zwischen 2011 und 2014 unter dem IS geplündert und größtenteils zerstört; Satellitenbilder von 2015 zeigen, dass über 70 % der Stätte durch Raubgrabungen verwüstet waren. Ebene des Gebäudes: Nach der englischsprachigen Wikipedia scheinen die am Ort verbliebenen Reste der Synagoge zerstört worden zu sein, möglicherweise 2014. Die Malereien und der rekonstruierte Raum befinden sich im Nationalmuseum Damaskus; ihr heutiger Erhaltungszustand ist in den Quellen nicht beschrieben.[1][3][4]

Besuch

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Quellen (16)
  1. Wikipedia (en): Dura-Europos synagogue rev. 1370881944 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  2. Wikipedia (de): Synagoge von Dura Europos rev. 252572566 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  3. Wikipedia (en): Dura-Europos rev. 1381351642 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  4. Wikipedia (de): Dura Europos rev. 266959850 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  5. UNESCO World Heritage Centre, Tentative List: Dura Europos · 2026-10-30
  6. Wikidata · CC0 · 2026-10-30
  7. Wikipedia (es) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  8. Wikipedia (fa) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  9. Wikipedia (fr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  10. Wikipedia (id) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  11. Wikipedia (it) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  12. Wikipedia (nl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  13. Wikipedia (pl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  14. Wikipedia (pt) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  15. Wikipedia (ru) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  16. OpenStreetMap · ODbL · 2026-10-30
Redaktionell geprüft · Zuletzt geprüft: 2026-10-30. Feld für Feld anhand der zitierten Quellen geprüft (KI-gestützte Redaktion). Fachliche Abnahme ausstehend.
Ebenen: Die Synagoge (Q1577089) ist ein Gebäude in der antiken Stadt Dura Europos (Q464266); kein eigener UNESCO-Status (Wikidata unesco null), die Stadt steht seit 1999 auf der Tentativliste (Eintrag 1295; laut en-Wikipedia 2011 erneut zusammen mit Mari). Verbleib der Malereien laut en- und de-Wikipedia: Nationalmuseum Damaskus (en: Versammlungsraum in ursprünglicher Anordnung; de: eigener Raum) – keine weitere Angabe übernommen. Widersprüche/Unsicherheiten: (1) Lage an der Westmauer – en-Synagogenartikel: Block L7 an der Mauerstraße zwischen Turm 19 und 20; en-Stadtartikel: zwischen Turm 18 und 19. (2) Umbau zur Synagoge – de: wohl spätes 2. Jh.; Hopkins-Chronologie (en-Stadtartikel): um 165–200; Wikidata-Inception 150. (3) Fall der Stadt 256 (de-Synagoge, ar-Stadt) bzw. 256–257 (en) bzw. um 256/7 (de-Stadt). (4) en-Einleitung nennt den Bau „virtually intact“, zugleich sind nur ca. 60 % der Szenen erhalten; im Text die differenzierte Angabe nach de (Westwand fast vollständig, Nord/Süd etwa zur Hälfte). (5) Die Malereien werden in den Quellen teils „Fresken“ genannt, technisch laut en Tempera auf Putz. (6) Zerstörung der Reste am Ort nur als „appear to have been destroyed, possibly in 2014“ belegt; Wikidata führt den Status „destroyed“ ohne Datum.

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