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Unsere Liebe Frau von Tortosa
Ortsname auf Arabisch: كاتدرائية طرطوس
Unsere Liebe Frau von Tortosa ist die ehemalige Kreuzfahrerkathedrale von Tartus, im 12. und 13. Jahrhundert an der Stelle einer byzantinischen Marien-Pilgerstätte erbaut. Sie gilt als besterhaltener Sakralbau der Kreuzfahrerzeit. Nach 1291 wurde sie Moschee, seit 1956 beherbergt sie das Nationalmuseum von Tartus.
Geschichte
Seit byzantinischer Zeit galt der Ort als Stätte einer vom Apostel Petrus gegründeten Marienkirche und war ein Ziel christlicher Pilger. Nach der UNESCO-Beschreibung wurde dort nach der Überlieferung eine angeblich vom Evangelisten Lukas gemalte Ikone verwahrt, die heute das Kloster Saidnaya zu besitzen beansprucht.
Fränkische Truppen nahmen Tortosa 1099 im Ersten Kreuzzug ein; über der byzantinischen Kirche entstand die Kathedrale. Die deutschsprachige Wikipedia setzt den Baubeginn ins zweite Viertel des 12. Jahrhunderts, die UNESCO-Beschreibung nennt 1123. Von 1152 bis 1291 beherrschten die Templer die Stadt und vollendeten den Bau nach der deutschsprachigen Wikipedia um die Mitte des 13. Jahrhunderts. Ein Erdbeben beschädigte die Kirche 1202; sie wurde bald repariert. 1213 wurde Raimund, Sohn Bohemunds IV. von Antiochia, in der Kathedrale von Assassinen getötet. Wegen der Bedrohung durch die Mamluken wurde der Bau ab den 1260er Jahren befestigt.
1291 räumten die Templer Tortosa, eine der letzten fränkischen Städte im Nahen Osten. Unter den Mamluken wurde die Kathedrale in eine Moschee umgewandelt; davon zeugt das Minarett an der Westfassade. In osmanischer Zeit diente sie nach der deutschsprachigen Wikipedia als Pferdestall.[1][2][3][4]
Architektur
Die Kirche folgt dem Grundriss einer Basilika mit drei Schiffen und drei Apsiden. Das zuerst errichtete Ostende ist romanisch, das Westende aus dem 13. Jahrhundert frühgotisch. Die englischsprachige Wikipedia gibt über 45 Meter Länge und 30 Meter Breite an, die UNESCO-Beschreibung 41 × 34,5 Meter. Das Mittelschiff trägt ein spitzbogiges Tonnengewölbe; der Marienschrein liegt an der Nordseite des Langhauses. Nord- und Südwand haben Strebepfeiler, die gotisch beeinflusste Westfassade hat keine, dafür einen polygonalen Glockenturm und Einzelfenster.
Tortosa ist wahrscheinlich die einzige noch stehende lateinische Kirche, die zur Verteidigung befestigt wurde. Sakristeien in den nordöstlichen und südöstlichen Ecken boten Deckung, die Strebepfeiler erhielten Maschikulis; nach Camille Enlart entstanden außerdem zwei Türme über den westlichen Seitenschiffjochen. Die UNESCO-Beschreibung datiert die Verstärkung der Ecken durch Türme ans Ende des 13. Jahrhunderts.[1][4]
Nutzung und Bedeutung
Seit 1956 beherbergt das Gebäude das Nationalmuseum von Tartus mit archäologischen Funden aus der Region. Die UNESCO-Tentativliste führt das kreuzfahrerzeitliche Tartus mit Kathedrale und Donjon als Beispiel einer von den Kreuzfahrern umgestalteten Stadt; die Kathedrale gilt dort als bemerkenswertester fränkischer Sakralbau außerhalb Jerusalems.[1][2][4]
Zeitstrahl
- 1099
Fränkische Eroberung von Tortosa im Ersten Kreuzzug.[1]
- 1123 / 2. Viertel 12. Jh.
Baubeginn der Kathedrale (UNESCO: 1123; de-Wikipedia: zweites Viertel des 12. Jh.).[2][4]
- 1152–1291
- 1202
Erdbebenschaden, bald darauf repariert.[1]
- 1213
Raimund, Sohn Bohemunds IV., wird in der Kathedrale getötet.[1]
- 1260er
Befestigung gegen die Mamluken.[1]
- 1291
Abzug der Templer; Umwandlung in eine Moschee unter den Mamluken.[1][2]
- 1956
Einrichtung des Nationalmuseums von Tartus im Gebäude.[1]
Galerie
Dokumentierter Zustand
Aktueller Zustand nicht dokumentiert · Stand 2026
Die Quellen enthalten keinen datierten Zustandsbericht. Nach der englischsprachigen Wikipedia (Stand 2026) dient das Gebäude als Nationalmuseum von Tartus.[1]
Besuch
Hinkommen & bleiben
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Luftlinie ab diesem Ort. Daten: OpenStreetMap, Stand 2026-10-30. Betriebsstatus nicht geprüft – vorher anrufen.
Quellen (10)
- Wikipedia (en): Cathedral of Our Lady of Tortosa rev. 1367269120 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (de): Unsere Liebe Frau von Tortosa rev. 252234257 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (ar): كاتدرائية طرطوس rev. 74719881 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- UNESCO World Heritage Centre: Tentative List entry 1301 (Tartus, Crusader city) · 2026-10-30
- Wikidata · CC0 · 2026-10-30
- Wikipedia (es) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (fr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (it) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (nl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- OpenStreetMap · ODbL · 2026-10-30
Widersprüche: (1) Baubeginn – UNESCO 1123, de zweites Viertel 12. Jh., en 'Mitte 12. bis 13. Jh.' bzw. nach 1099. (2) Maße – en >45 × 30 m, UNESCO 41 × 34,5 m. (3) Befestigung – en 1260er; UNESCO Ecktürme Ende 13. Jh.; ar-Wikipedia schreibt fehlerhaft 'Sechzigerjahre des 19. Jh.' (Übersetzungsfehler, nicht übernommen). (4) UNESCO nennt gescheiterte mamlukische Angriffe '1276 et 1270' (Reihenfolge verdreht) – nicht übernommen. UNESCO: Tentativliste 1301 betrifft das kreuzfahrerzeitliche Tartus insgesamt (Titel des Eintrags nicht im Paket, Name der Quelle beschreibend); Jahr der Aufnahme nicht im Paket. Ar-Wikipedia ist weitgehend Übersetzung der en-Fassung und dient nur als Bestätigung (Geschichte) und für den arabischen Namen. Pferdestall in osmanischer Zeit nur de. Label der Relation Q174916 nach P131 und Artikeltext.