SyrienKultur · Glaube · Geschichte
Resafa

Foto: Vyacheslav Argenberg · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons · Aufnahme 2008

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Archäologische StättenRedaktionell geprüft

Resafa

Ortsname auf Arabisch: الرصافة

اسم المكان

الرصافة

محافظة الرقة – سوريا

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35.62778, 38.75639

Die Koordinaten sind die des Ortes im Atlas; der Eingang kann abweichen. Vor Ort nachfragen.

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Resafa ist eine Ruinenstadt am Nordrand der syrischen Wüste südwestlich von ar-Raqqa und südlich des Euphrats. In der Spätantike hieß sie Sergiopolis und war seit dem 4. Jahrhundert ein bedeutendes christliches Pilgerziel am Grab des Märtyrers Sergios; im 8. Jahrhundert war sie Residenz des Umayyadenkalifen Hischam. Von weitem sichtbar ist die über 1800 Meter lange Stadtmauer aus justinianischer Zeit.

Geschichte

Die englischsprachige Wikipedia nennt ein assyrisches Militärlager des 9. Jahrhunderts v. Chr. als Ursprung; die deutschsprachige spricht von einem assyrischen Verwaltungsort Raṣappa, hält aber den Bezug zum biblischen Rezef und zu diesem Ort für unbelegt und nennt als früheste Funde solche aus frühflavischer Zeit, also eine Gründung als römischer Wachposten um 70 n. Chr. In römischer Zeit lag Resafa an der Strata Diocletiana zwischen Sura am Euphrat und Palmyra.

Nach dem Martyrium des Soldaten Sergios (nach deutscher Angabe um 312) wurde sein Grab zum Wallfahrtsziel. Bischofssitz war Resafa seit dem frühen 5. Jahrhundert (englische Fassung: kurz nach 431). Kaiser Anastasios I. baute das Kastell zur Stadt aus und verlieh ihr den Rang einer Metropolie; unter Justinian entstand die heutige Mauer. 543 belagerte der Sasanide Chosrau I. die Stadt. Im späten 6. Jahrhundert schützten mit den Ghassaniden verbündete Araber den Schrein.

636 ging die Stadt den Byzantinern verloren. Kalif Hischam ibn Abd al-Malik (reg. 724–743) machte sie zu seiner bevorzugten Residenz, ließ vor den Mauern Paläste errichten und baute die Große Moschee an die Pilgerkirche. Nach deutscher Angabe flohen die Bewohner 1269 vor den Mongolen nach Salamiyya; Ende des 13. Jahrhunderts wird Resafa zuletzt erwähnt.[1][2][3]

Architektur

Die bis zu 15 Meter hohe und 3 Meter dicke Mauer aus örtlichem Gipsstein bildet ein unregelmäßiges Viereck mit Seiten von 350 bis 549 Metern, einem Tor an jeder Seite, zwei Wehrgängen und 50 teilweise erhaltenen Bastionen. Innerhalb des rund 21 Hektar großen Gevierts stehen vier Kirchen: die Basilika A aus dem späten 5. Jahrhundert, nach deutscher Angabe die größte erhaltene Weitarkadenbasilika Syriens mit dem größten bekannten Bema des Landes; die 518 begonnene Basilika B; ein Zentralbau (Tetrakonchos) aus dem frühen 6. Jahrhundert; und die kleinere Basilika C.

Da es weder Quellen noch fließendes Wasser gab, versorgten vier große unterirdische Zisternen die Stadt; die größte fasste nach deutscher Angabe 15.000 bis 16.000 Kubikmeter. Vor dem Nordtor steht der um 570–580 erbaute sogenannte Al-Mundhir-Bau, der wohl den Ghassaniden diente; südlich der Stadt liegen die kaum sichtbaren Reste von Hischams Palastbereich.[1][2][3]

Nutzung und Bedeutung

Resafa galt nach der englischsprachigen Wikipedia nach Jerusalem als wichtigstes Pilgerzentrum des byzantinischen Orients, mit besonderer Anziehung auf die Araber der Region. Die deutschsprachige Wikipedia wertet den Anbau der Moschee an die Kirche als Zeichen der Koexistenz: Christen und Muslime konnten den Schrein zugleich verehren.[1][2][3]

Zeitstrahl

  1. um 70

    Wahrscheinliche Gründung als römischer Wachposten (deutschsprachige Wikipedia); die englische Fassung nennt bereits ein assyrisches Lager des 9. Jh. v. Chr.[1][2]

  2. um 312

    Martyrium des Sergios vor dem Kastell.[1][2]

  3. 518

    Baubeginn der Basilika B laut Bauinschrift.[2]

  4. 543

    Belagerung durch den Sasaniden Chosrau I.[1]

  5. 636

    Die Stadt geht den Byzantinern verloren.[1][2]

  6. 724–743

    Residenz des Kalifen Hischam ibn Abd al-Malik; Bau von Palästen und der Großen Moschee.[1][2][3]

  7. 1269

    Flucht der Bewohner vor den Mongolen nach Salamiyya.[2]

  8. 1952

    Beginn der vom Deutschen Archäologischen Institut finanzierten Grabungen.[2][3]

Dokumentierter Zustand

Aktueller Zustand nicht dokumentiert · Stand 2005

Das Stadtinnere ist nach deutscher Angabe eine Kraterlandschaft aus Raubgrabungslöchern, die zwischen 1910 und 1920 entstanden. Syrische Restaurierungen 1968–1976 an Nordtor und Basilika A trugen hohe Mauerteile ab und verursachten nach Thilo Ulbert Schäden an Wänden und Böden; 2004/05 wurden Teile der Mauerkronen gesichert. Im Bürgerkrieg wechselte die Kontrolle mehrfach (englische Fassung: Rückeroberung von IS am 19. Juni 2017; arabische: 2013 Opposition, Juni 2016 Armee). Angaben zu Kriegsschäden enthalten die Quellen nicht.[1][2][3]

Besuch

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Quellen (15)
  1. Wikipedia (en): Resafa rev. 1374798501 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  2. Wikipedia (de): Resafa rev. 264201125 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  3. Wikipedia (ar): الرصافة (الرقة) rev. 75966783 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  4. Wikidata · CC0 · 2026-10-30
  5. Wikipedia (el) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  6. Wikipedia (es) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  7. Wikipedia (fa) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  8. Wikipedia (fr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  9. Wikipedia (id) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  10. Wikipedia (it) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  11. Wikipedia (nl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  12. Wikipedia (pt) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  13. Wikipedia (ru) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  14. Wikipedia (ur) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  15. OpenStreetMap · ODbL · 2026-10-30
Redaktionell geprüft · Zuletzt geprüft: 2026-10-30. Feld für Feld anhand der zitierten Quellen geprüft (KI-gestützte Redaktion). Fachliche Abnahme ausstehend.
Kein UNESCO-Eintrag im Paket. Konflikte: Ursprung assyrisches Lager 9. Jh. v. Chr. (en) vs. unbelegter Bezug, römischer Wachposten um 70 n. Chr. (de); Bischofssitz kurz nach 431 (en) vs. Anfang 5. Jh. (de); Mauermaße über 1600 × 1000 Fuß (en) vs. Umfang über 1800 m, Seiten 350–549 m (de); Ende: Aufgabe im 13. Jh. (en, de) vs. Blüte bis Anfang 10. Jh. und völlige Zerstörung durch die Tataren (ar); Bürgerkrieg: IS, Rückeroberung 19. Juni 2017 (en) vs. Opposition 2013, Armee Juni 2016 (ar). ar-Lageangabe „am Euphrat“ und Entfernungen (ar 75 km zu Qasr al-Hayr al-Sharqi; en-Paket dort 100 km) nicht übernommen. Die ar-Angaben zum Ghassaniden al-Harith II. (Mauerrestaurierung, Kathedrale) und zum geplanten Regionalmuseum im Al-Mundhir-Bau stammen aus einer zitierten Publikation von Bashir Zuhdi (1984) und wurden nicht übernommen. Keine Angaben zu Kriegsschäden in den Quellen.

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