
Foto: Frank Kidner · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Aufnahme 1996
Qasr Ibn Wardan
Ortsname auf Arabisch: قصر ابن وردان
Qasr Ibn Wardan ist eine byzantinische Anlage aus Palast, Kirche und Kaserne aus dem 6. Jahrhundert in der Syrischen Wüste, etwa 60 km nordöstlich von Hama. Westlich einer Straße liegen die Ruinen, östlich davon ein gleichnamiger Weiler, der 2004 laut Zensus 467 Einwohner hatte. Der Stil der Bauten ist nach der englischen Wikipedia direkt aus Konstantinopel übernommen und im heutigen Syrien sonst nicht zu finden.
Geschichte
Kaiser Justinian I. (reg. 527–565) ließ die Anlage Mitte des 6. Jahrhunderts als Teil einer Verteidigungslinie gegen das Sassanidenreich errichten, zusammen mit Resafa und Halabiye. Die arabische Wikipedia nennt Jahreszahlen 562–564 an den oberen Fenstern von Kirche und Palast, an anderer Stelle aber das 5. Jahrhundert als Bauzeit. Der ungewöhnliche Stil sollte nach der englischen Wikipedia vermutlich die örtlichen Beduinenstämme beeindrucken und an das Reich binden.
Der Name ist nach der arabischen Wikipedia arabisch und jünger als der Bau: Er gehe auf eine einflussreiche Beduinenpersönlichkeit namens Ibn Wardan zurück, die vor etwa drei Jahrhunderten den Palast als Rastplatz nutzte und wahrscheinlich zum Stamm der Anaza gehörte. Am 8. Februar 2018 nahm die syrische Armee Ort und Ruinenstätte dem IS ab.[1][2]
Architektur
Der Palast zeigt Wechsellagen aus schwarzem Basalt und gelbem Ziegel (arabisch „Ablaq“). Basalt wurde aus weit nördlich oder südlich gelegenen Gebieten herangeschafft; Marmorsäulen und Kapitelle stammen vermutlich aus Apamea. Der Palast, wohl auch Sitz des örtlichen Statthalters, umfasst nach der arabischen Wikipedia rund 2000 m² um einen quadratischen Hof von 25,5 m Seitenlänge. Am besten erhalten ist die Südfassade; im Norden liegen Reste von Ställen, im Osten ein kleines Bad. Die Funktion der Räume war jeweils durch einen gemeißelten Stein bezeichnet.
Die Kirche westlich des Palasts ist quadratisch, mit Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, und trug einst eine große Kuppel, von der nur ein Pendentif erhalten ist; sie gilt als Beispiel frühbyzantinischer Kuppelbautechnik. Emporen für Frauen gab es an drei Seiten, erhalten sind Nord- und Südwand; die vierte Seite schließt eine halbkuppelüberwölbte Apsis ab. Von der Kaserne südlich des Palasts ist heute nichts mehr erhalten.[1][2]
Zeitstrahl
Galerie
Dokumentierter Zustand
Aktueller Zustand nicht dokumentiert · Stand 2018
Eine datierte Zustandsangabe enthalten die Quellen nicht. Zuletzt dokumentiert ist die militärische Rückeroberung am 8. Februar 2018; über mögliche Kriegsschäden berichten die Quellen nichts.[1]
Besuch
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Quellen (11)
- Wikipedia (en): Qasr Ibn Wardan rev. 1378970530 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (ar): قصر ابن وردان rev. 70738788 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikidata · CC0 · 2026-10-30
- Wikipedia (el) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (es) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (fa) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (fr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (it) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (pl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- Wikipedia (ru) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
- OpenStreetMap · ODbL · 2026-10-30
Keine deutsche Wikipedia und kein deutsches Wikidata-Label; der Name wird unübersetzt verwendet. Bauzeit: Mitte 6. Jh. (en) und Inschriften 562–564 (ar) vs. „5. Jahrhundert“ im ar-Einleitungssatz (vermutlich Fehler). Lage: 60 km nordöstlich (en) vs. 60 km östlich (ar) von Hama. Palastform: ar nennt ihn sowohl „kreuzförmig“ als auch quadratisch – nicht übernommen. Der ar-Artikel ist sprachlich teils fehlerhaft (u. a. ein unverständlicher Satz im Architekturabschnitt) und vergleicht den Bau mit dem Azim-Palast; diese Vergleiche wurden nicht übernommen. Ein Verweis auf Kamel Schehade und seine Rolle bei der Restaurierung ist nur ein „Siehe auch“-Eintrag ohne Inhalt; Restaurierungsgeschichte offen. Kriegsschäden nicht dokumentiert. Einzige Fachliteratur: Ross Burns, Monuments of Syria (in en zitiert, nicht eingesehen).