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Norias von Hama

Foto: Dosseman · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Aufnahme 2009

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Historische ArchitekturAuf der UNESCO-Vorschlagsliste: Norias of HamaRedaktionell geprüft

Norias von Hama

Ortsname auf Arabisch: نواعير حماة

اسم المكان

نواعير حماة

محافظة حماة – سوريا

مرحبًا، أريد الذهاب إلى نواعير حماة في محافظة حماة. هل يمكنك إيصالي إلى هذا المكان؟

35.13528, 36.75306

Die Koordinaten sind die des Ortes im Atlas; der Eingang kann abweichen. Vor Ort nachfragen.

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Die Norias von Hama sind hölzerne Wasserschöpfräder am Orontes, die das Flusswasser mit Kästen am Radkranz anheben und in Aquädukte auf Steinbögen leiten. Die beiden größten, al-Muhammadiya (1361) und al-Maʾmuriya (1453), sind durch Inschriften datiert. Seit 1999 stehen die Norias auf der Tentativliste Syriens für das UNESCO-Welterbe; eingeschrieben sind sie nicht.

Geschichte

Die Ursprünge reichen weit zurück, ihre Datierung ist aber unsicher. Ein Mosaik aus Apameia, 55 Kilometer flussabwärts, zeigt ein Rad, das den Norias von Hama auffallend gleicht; UNESCO und die arabischsprachige Wikipedia datieren es auf 469 n. Chr., die englischsprachige setzt Norias bei Apameia anhand von Mosaiken und Fliesen spätestens um 350 an. Die deutschsprachige Wikipedia gibt für das Mosaik 469 v. Chr. an und nennt einen Bericht Kaiser Elagabals aus dem frühen 3. Jahrhundert über eine Noria in Apameia.

Ein Regionalhistoriker des 13. Jahrhunderts berichtet von Norias in Hama bereits im späten 9. Jahrhundert; spätestens im späten 12. Jahrhundert waren dort wohl viele in Betrieb. Nach dem Erdbeben von 1157 ließ Nur ad-Din das Wassersystem und die Norias instand setzen. Ob die ersten Räder in römisch-byzantinischer oder islamischer Zeit entstanden, ist offen. Alle Daten beziehen sich auf den Standort: Da das Holz ständig ersetzt werden muss, wird eine gut gewartete Noria nach einer Schätzung etwa alle 15 Jahre vollständig erneuert.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Hama und Umgebung 105 Norias. Ab den 1930er Jahren verdrängten Motorpumpen die Räder, und der Rastan-Staudamm senkte ab 1960 den Wasserstand so, dass sie monatelang stillstanden. 1970 waren noch acht in Betrieb. Zwischen 1977 und 1981 wurden sechs restauriert, 1988 weitere sieben.[1][2][3][4]

Konstruktion und Technik

Die Räder werden unterschlächtig von der Strömung angetrieben, die gegen Schaufeln am Kranz drückt. Zwischen den Schaufeln sitzen Holzkästen mit halboffener Seite, die unten Wasser fassen und es am höchsten Punkt über einen Ausguss in das Aquädukt kippen. Die Kästen fassen je nach Rad 4 bis 12 Liter, die Förderleistung liegt bei 50.000 bis 200.000 Litern pro Stunde. Die mächtige Achse besteht aus Walnussholz; für andere Teile werden Pappel, Kiefer, Eiche, Aprikose und Maulbeere genannt. Die arabischsprachige Wikipedia zählt rund zwanzig Bauteile mit eigenen Namen auf.

Jede Noria liegt unmittelbar unterhalb eines Wehrs, das die Strömung in einen Kanal zum Rad lenkt; Schieber regeln die Drehgeschwindigkeit, und bis zu vier Räder können sich ein Wehr teilen. Das Wasser fließt in Aquädukte auf hohen Steinbögen, die im rechten Winkel vom Fluss wegführten und teils mehrere hundert Meter lang waren. Gebaut wurde dieses System, weil der Orontes wenig Gefälle hat und tief zwischen hohen Ufern liegt; deutsch- und arabischsprachige Wikipedia sprechen von bis zu 70 Metern Höhenunterschied.[1][2][3][4]

Nutzung und Bedeutung

Die Norias bewässerten Obst- und Gemüsegärten und versorgten die Stadt. Nach der UNESCO-Beschreibung ließen Fürsten und Statthalter sie für ihre Güter, Paläste, Moscheen, Hammams und Karawansereien errichten. Al-Muhammadiya speiste die etwa einen Kilometer entfernte Große Moschee, einen Hammam, Brunnen, Häuser und Gärten; al-Maʾmuriya versorgte laut UNESCO Gärten, neun Moscheen, vier Hammams und hundert Brunnen. Meist gehörten die Räder wohlhabenden Grundbesitzern, Kosten, Wartung und Wasser teilten sich die Nutzer aber gemeinschaftlich nach festen Regeln.

In der Stadt sind 17 Norias erhalten (die arabischsprachige Wikipedia nennt 19). Sie liefern kein Wasser mehr, da die Aquädukte gekappt sind, drehen sich aber als Wahrzeichen der Stadt, werden etwa beim Frühlingsfest beleuchtet, und Jugendliche reiten traditionell auf den Rädern. Die Wartung liegt bis heute bei Familien spezialisierter Noria-Zimmerleute.[1][2][3][4]

Besonderheiten

Al-Muhammadiya war fast 500 Jahre lang das höchste Wasserrad der Welt, bis 1854 das Laxey Wheel auf der Isle of Man sie knapp übertraf. 2006 zeichnete die American Society of Mechanical Engineers sie als Historic Mechanical Engineering Landmark aus. Ihre Maße schwanken je nach Quelle: 21 Meter (englischsprachige Wikipedia), 22 Meter (UNESCO), 27 Meter (deutschsprachige Wikipedia).

Der arabische Name nāʿūra leitet sich von einem Verb für ein dumpfes Tönen ab – nach dem Brummen der dicken Holzachsen.[1][2][3][4]

Zeitstrahl

  1. 469

    Mosaik aus Apameia mit Darstellung einer Noria (die deutschsprachige Wikipedia gibt 469 v. Chr. an).[2][3][4]

  2. nach 1157

    Instandsetzung des Wassersystems und der Norias unter Nur ad-Din nach einem Erdbeben.[3]

  3. 1361

    Bau der Noria al-Muhammadiya (Inschrift: 763 der Hidschra).[1][2][4]

  4. 1453

    Bau der Noria al-Maʾmuriya.[1][4]

  5. 1960

    Der Rastan-Staudamm senkt den Wasserstand; die Norias stehen monatelang still.[1]

  6. 1999

    Aufnahme in die Tentativliste Syriens für das UNESCO-Welterbe.[1][2][3][4]

  7. 2006

    Al-Muhammadiya wird Historic Mechanical Engineering Landmark der ASME.[1]

  8. 8.8.2014

    Brand des oberen Radteils der Noria al-Jaʿbariya.[1][2]

Dokumentierter Zustand

Teilweise beschädigt · Stand 2020

Beim Angriff der syrischen Armee auf Hama im Februar 1982 blieben die hölzernen Räder nach einer nichtstaatlichen Quelle weitgehend unversehrt; ob die Aquädukte damals zerstört wurden, ist ungeklärt. Im Bürgerkrieg ab 2011 blieben die meisten Norias erhalten: Ein Vergleich von Satellitenbildern von zehn Standorten durch die American Association for the Advancement of Science ergab 2014 keine größeren Schäden. Am 8. August 2014 wurde jedoch der obere Teil des Holzrads der Noria al-Jaʿbariya verbrannt, der Steinsockel blieb intakt; andere wurden um Holz geplündert oder verfallen mangels Wartung. 2020 wurde al-Muhammadiya von traditionellen Handwerkern restauriert, doch fehlten Geld und ausgebildete Fachleute.[1][2]

Besuch

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Hinkommen & bleiben

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Quellen (12)
  1. Wikipedia (en): Norias of Hama rev. 1346724211 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  2. Wikipedia (de): Norias von Hama rev. 256074591 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  3. Wikipedia (ar): نواعير حماة rev. 76439895 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  4. UNESCO World Heritage Centre, Tentative List: Les norias de Hama (1291) · 2026-10-30
  5. Wikidata · CC0 · 2026-10-30
  6. Wikipedia (es) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  7. Wikipedia (fa) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  8. Wikipedia (fr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  9. Wikipedia (ja) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  10. Wikipedia (ko) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  11. UNESCO World Heritage Centre · © UNESCO (link only) · 2026-10-30
  12. OpenStreetMap · ODbL · 2026-10-30
Redaktionell geprüft · Zuletzt geprüft: 2026-10-30. Feld für Feld anhand der zitierten Quellen geprüft (KI-gestützte Redaktion). Fachliche Abnahme ausstehend.
Das Quellenpaket enthält keinen Wikidata-Block; Identität, Lage und Klassifikation nur aus den Wikipedia-Artikeln und dem UNESCO-Tentativlisten-Eintrag (Nr. 1291, nicht eingeschrieben) abgeleitet. Quellenkonflikte: Durchmesser al-Muhammadiya 21 m (en) / 22 m (UNESCO) / 27 m (de); en schreibt al-Muhammadiya 120 Kästen zu, UNESCO der al-Maʾmuriya (21 m); Anzahl der erhaltenen Norias in der Stadt 17 (en, de, UNESCO) vs. 19 in fünf Gruppen (ar); Apameia-Mosaik 469 n. Chr. (ar, UNESCO) vs. 469 v. Chr. (de, vermutlich Fehler) vs. Norias „by 350 CE“ (en); de datiert die ältesten erhaltenen Norias ins 11.–12. Jh. und nennt dafür die Ayyubiden (zeitlich ungenau); Umdrehung al-Muhammadiya 1 Minute (en) vs. allgemein 20 Sekunden/2400 Liter (ar). Name der 2014 verbrannten Noria in de als „Gaabariyya“, hier als al-Jaʿbariya wiedergegeben (ar: الجعبرية) – Identität bitte prüfen. Die Angaben zu 1982 stammen laut en aus einer nicht näher genannten nichtstaatlichen Quelle; die politische Bewertung des en-Artikels wurde nicht übernommen. Restaurierungsstand nach 2020 unbekannt.

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