SyrienKultur · Glaube · Geschichte
Ansicht von Apameia, Syrien

Ansicht von Apameia, Syrien · Foto: Bernard Gagnon · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons · Aufnahme 2010

Zurück zur Karte
Archäologische StättenAuf der UNESCO-Vorschlagsliste: Apamea (Afamia)Redaktionell geprüft

Apameia am Orontes

Ortsname auf Arabisch: أفامية

اسم المكان

أفامية

محافظة حماة – سوريا

مرحبًا، أريد الذهاب إلى أفامية في محافظة حماة. هل يمكنك إيصالي إلى هذا المكان؟

35.41667, 36.40000

Die Koordinaten sind die des Ortes im Atlas; der Eingang kann abweichen. Vor Ort nachfragen.

Google MapsOpenStreetMap

Apameia am Orontes ist eine antike Stadt auf einem Plateau über dem Orontes- bzw. Ghab-Tal, am Rand des heutigen Qalʿat al-Madiq rund 55 Kilometer nordwestlich von Hama. Um 300 v. Chr. von Seleukos I. als Stadt gegründet, war sie später Hauptstadt der römischen Provinz Syria Secunda. Bekannt ist sie vor allem für ihre große Säulenstraße; sie steht auf der syrischen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe.

Geschichte

Die Vorgeschichte des Ortes wird unterschiedlich dargestellt: Die deutschsprachige Wikipedia nennt den ursprünglichen Namen Pharnakes und nach Alexander kurzzeitig Pella; die englischsprachige folgt einer Deutung eines 2011 entdeckten Mosaiks, nach der Pella im Herbst 320 v. Chr. als makedonische Militärsiedlung entstand. Um 300 v. Chr. (UNESCO: 301 v. Chr.) baute Seleukos I. Nikator den Ort zur befestigten Stadt aus und benannte ihn nach seiner Frau Apame. Apameia gehörte zur syrischen Tetrapolis, war seleukidische Militärbasis und Münzstätte.

64 v. Chr. (deutsche Fassung: 63 v. Chr.) kam die Stadt unter römische Herrschaft. Ein Zensus 6/7 n. Chr. zählte 117.000 Bürger bzw. freie Männer; wie viele Einwohner daraus folgen, ist umstritten. Das Erdbeben von 115 zerstörte große Teile, die im 2. Jahrhundert neu aufgebaut wurden. Im frühen 5. Jahrhundert wurde Apameia Hauptstadt der Provinz Syria Secunda. 540 ergab sie sich nach deutscher Darstellung kampflos Chosrau I.; 613 fiel sie für mehrere Jahre an die Sasaniden.

Nach der muslimischen Eroberung im 7. Jahrhundert wurde die Stadt nach deutscher Darstellung geplündert, nach englischer teilweise wieder besiedelt; die Festung blieb bewohnt. Kreuzfahrer unter Tankred übernahmen sie um 1106, Nur ad-Din eroberte sie 1149 zurück. Erdbeben im 12. Jahrhundert zerstörten die Stadt; die Quellen nennen 1152 (englisch) bzw. 1157–1170 (arabisch).[1][2][3][4]

Anlage

Die Ruinen umfassen nach den Quellen mehr als 200 bzw. 250 Hektar innerhalb einer etwa sieben Kilometer langen Stadtmauer. Die Säulenstraße (Cardo maximus) verlief vom Nord- zum Südtor; ihre Länge wird mit knapp 1600 m (de), 1774 m (ar), 1800 m (UNESCO) und fast 2 km (en) angegeben, die Breite einschließlich der Portiken mit 37,5 bis knapp 40 Metern. Ihre teils spiralförmig kannelierten Säulen entstanden nach UNESCO zwischen Trajan und Septimius Severus; unter Justinian wurde die Straße umgestaltet.

An ihr lagen Thermen, die Agora, ein Nymphäum, ein Tychaion und Kirchen, darunter eine Kathedrale in Form eines Tetrakonchos. Das Theater mit über 135 Metern Durchmesser gilt als größtes Syriens; die englischsprachige Wikipedia schätzt über 20.000 Plätze. Eine Synagoge mit Mosaikboden um 391 wurde im 5. Jahrhundert durch eine Kirche ersetzt. Auf der alten Akropolis steht die Zitadelle Qalʿat al-Madiq.[1][2][3][4]

Nutzung und Bedeutung

In der Spätantike war Apameia Sitz einer bekannten Philosophenschule und Bischofssitz. Belgische Grabungen unter Franz Cumont (1930–1938, 1947, 1953) und ab 1965 unter Jean-Charles Balty brachten zahlreiche Funde nach Brüssel, darunter das große Jagdmosaik von etwa 415–420 und einen rekonstruierten Abschnitt der Säulenstraße. Im osmanischen Khan aus dem 16. Jahrhundert unterhalb der Zitadelle besteht nach arabischer Angabe seit 1987 ein Mosaikmuseum.[1][2][3]

Zeitstrahl

  1. um 300 v. Chr.

    Gründung als Stadt durch Seleukos I. Nikator.[1][2][3][4]

  2. 64/63 v. Chr.

    Pompeius zerstört die Festung; Apameia wird römisch.[1][2]

  3. 115

    Erdbeben zerstört große Teile der Stadt; Wiederaufbau im 2. Jahrhundert.[1]

  4. 540

    Übergabe an den Sasaniden Chosrau I.[1][2]

  5. 613

    Einnahme durch die Sasaniden (arabische Fassung: 612).[1][2][3]

  6. 1149

    Nur ad-Din erobert die Zitadelle von den Kreuzfahrern zurück.[2][3]

  7. 1930–1938

    Belgische Grabungen unter Franz Cumont.[2]

  8. 15. März 2012

    Artilleriebeschuss der Säulenstraße; danach großflächige Raubgrabungen.[1][2]

Dokumentierter Zustand

Teilweise beschädigt · Stand 2017

Nach der deutschsprachigen Wikipedia geriet die Säulenstraße am 15. März 2012 unter Artilleriefeuer; Luftbilder vom Frühjahr 2013 zeigten zahlreiche große Raubgrabungslöcher. Die arabischsprachige Wikipedia berichtet von Plünderungen des Museums 2011/12, Einschusslöchern in Säulen und Teilabrissen von Mauern. Satellitenbilder vom April 2017 zeigten laut englischer Fassung Hunderte Raubgrabungslöcher.[1][2][3]

Besuch

Keine geprüften Besuchsinformationen. Die Aufnahme in den Atlas bedeutet nicht, dass der Ort geöffnet oder sicher erreichbar ist.

Hinkommen & bleiben

Dokumentierte Fahrdienste, Unterkünfte und Transport in Hama:

Alle Reisedienste für Hama

Medizinische Hilfe in der Nähe

Luftlinie ab diesem Ort. Daten: OpenStreetMap, Stand 2026-10-30. Betriebsstatus nicht geprüft – vorher anrufen.

  • KrankenhausKrankenhaus · 19 kmRoute
  • مشفى دير شميلKrankenhaus · 22 kmRoute
  • مشفى الايمان التخصصيKrankenhaus · 22 kmRoute
  • الايمانKrankenhaus · 22 kmRoute
  • مستوصف خان شيخونKrankenhaus · 23 kmRoute
  • مشفى المحبة محردةKrankenhaus · 23 kmRoute
Quellen (23)
  1. Wikipedia (en): Apamea, Syria rev. 1378468325 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  2. Wikipedia (de): Apameia am Orontes rev. 265513031 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  3. Wikipedia (ar): أفامية rev. 74590118 · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  4. UNESCO World Heritage Centre, Tentative List: Apamée · 2026-10-30
  5. Wikidata · CC0 · 2026-10-30
  6. Wikipedia (el) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  7. Wikipedia (es) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  8. Wikipedia (fa) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  9. Wikipedia (fr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  10. Wikipedia (id) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  11. Wikipedia (it) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  12. Wikipedia (ja) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  13. Wikipedia (ko) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  14. Wikipedia (nl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  15. Wikipedia (pl) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  16. Wikipedia (pt) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  17. Wikipedia (ru) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  18. Wikipedia (sv) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  19. Wikipedia (tr) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  20. Wikipedia (ur) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  21. Wikipedia (zh) · CC BY-SA 4.0 · 2026-10-30
  22. UNESCO World Heritage Centre · © UNESCO (link only) · 2026-10-30
  23. OpenStreetMap · ODbL · 2026-10-30
Redaktionell geprüft · Zuletzt geprüft: 2026-10-30. Feld für Feld anhand der zitierten Quellen geprüft (KI-gestützte Redaktion). Fachliche Abnahme ausstehend.
Tentativliste: Eintrag tentative/1297 belegt, Aufnahmejahr im Paket nicht genannt (daher ohne Jahr). Konflikte: Länge der Säulenstraße knapp 1600 m (de) / 1774 m (ar) / 1800 m (UNESCO) / fast 2 km (en); Fläche über 200 ha (de) vs. 250 ha (UNESCO); Theaterdurchmesser 139 m (de) vs. über 135 m (UNESCO); Gründung 300 v. Chr. (en) vs. 301 v. Chr. (UNESCO), Vorgängername Pharnakes (de) vs. Pella 320 v. Chr. (en, nach Olszewski/Saad); römisch 64 (en, ar) vs. 63 v. Chr. (de); Sasaniden 613 (en, de) vs. 612 (ar); Folgen der muslimischen Eroberung (Plünderung de vs. Teilwiederbesiedlung en); Erdbeben 1152 (en) vs. 1157–1170 (ar). Nicht übernommen: ar-Angabe zu einem hethitischen Königreich im 9. Jh. v. Chr. und zur Münzprägung „bis Claudius 41 v. Chr.“ (widersprüchlich). Zustand: keine institutionelle Schadensbewertung im Paket; Status „partly-damaged“ gewählt, de spricht von „starker Zerstörung“ der Fundstelle durch Raubgrabungen – ggf. auf „heavily-damaged“ anheben.

Deine Meinung zählt

Vorschläge, Beschwerden & Meinung

Hast du eine Idee, eine Beschwerde oder einen Fehler gefunden? Schreib uns – die Nachricht geht direkt an den Betreiber der Seite.

Worum geht es?